Fette und Öle bei Keto: Die besten Quellen

Die Basis der Fette bei Keto bilden Olivenöl, Avocadoöl, Kokosöl, Butter und Ghee. Für Kaffee und Shakes kommt MCT-Öl hinzu: Es wird besonders schnell zu Ketonkörpern, reines C8 am stärksten, deshalb zählt beim Kauf der C8-Anteil. Zum Braten eignen sich hitzestabile Fette wie Ghee und Butterschmalz, natives Olivenöl verträgt mittlere Hitze, Leinöl bleibt kalt. Transfette und gehärtete Fette meidet man.

Autor: Adrianna Kalista
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Adrianna Kalista

Leidenschaftliche Schriftstellerin und Absolventin der klinischen Diätetik. Sie interessiert sich besonders für Phytotherapie und die Auswirkungen der ketogenen Ernährung auf die kognitiven Funktionen des Gehirns.
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Verifizierung: Dr. Andreia Torres
Andreia Torres

Dr. Andreia Torres

Klinische Ernährungswissenschaftlerin mit Doktorat in Gesundheitserziehung. Internationale Expertin für ketogene Ernährung.
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Olivenöl in kleinen Glasschalen und Karaffen auf einem Holzbrett, dazu grüne Oliven, Zitronen und Pfefferkörner

Überblick

Welche Fette und Öle sind bei Keto am besten?

Am besten sind Olivenöl, Avocadoöl, Kokosöl, Butter, Ghee und MCT-Öl. Alle liefern Fett praktisch ohne Kohlenhydrate, unterscheiden sich aber im Fettsäuremuster und in der Hitzestabilität.

Oliven- und Avocadoöl bestehen überwiegend aus einfach ungesättigten Fettsäuren, Kokosöl, Butter und Ghee überwiegend aus gesättigten. Bei der Auswahl lohnt es sich, gesättigte und ungesättigte Fette zu kombinieren, und was Studien über Keto und die Blutfette zeigen, ordnet der Artikel Ist Keto gesund? ein. Leinöl gehört zu den reichsten pflanzlichen Quellen der Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure, verträgt aber keine Hitze. Ghee ist geklärte Butter, weitgehend ohne Wasser und Milcheiweiß, und hält deshalb deutlich mehr Hitze aus als Butter. Welches Fett wofür taugt, entscheidet vor allem der Rauchpunkt, also die Temperatur, ab der ein Fett sichtbar raucht und sich zersetzt.

Fett oder ÖlHitzestabilitätEinsatzBesonderheit
Natives Olivenöl extramittelkalt, mittlere Hitzeviele einfach ungesättigte Fettsäuren
Avocadoöl, raffinierthochBratenmild im Geschmack
Kokosöl, nativmittelBacken, mittlere HitzeKokosaroma
Kokosöl, raffinierthochBratengeschmacksneutral
Butterniedrig bis mittelsanftes BratenMilcheiweiß bräunt schnell
Ghee, Butterschmalzhochscharfes Bratenkaum Milcheiweiß
Leinölkeinenur kaltAlpha-Linolensäure
MCT-Ölgeringkalt, Kaffee, Shakesschnell verfügbare Energie

Die Einstufung ist ein Richtwert: Raffination, Frische und Hersteller verschieben den Rauchpunkt deutlich, deshalb nennt die Tabelle keine festen Temperaturen. Da die ketogene Ernährung etwa 70 bis 75 Prozent der Kalorien aus Fett bezieht, kommt es auf das passende Fett für jede Zubereitung an.

Was macht MCT-Öl bei Keto besonders?

MCT-Öl wird schneller als andere Fette zu Ketonkörpern umgebaut, am stärksten der reine C8-Anteil. Das macht es zu einer schnellen Energiequelle, etwa beim Einstieg, aber nicht zu einem Abnehmmittel.

Mittelkettige Fettsäuren gelangen über die Pfortader direkt zur Leber, langkettige Fette dagegen erst über das Lymphsystem in den Kreislauf. In der Leber entstehen aus ihnen rasch Ketonkörper.

Das zeigt eine kleine Kreuzstudie mit 9 gesunden Erwachsenen: Fast reines C8-Öl (Tricaprylin) steigerte die Ketonwerte stärker als klassisches MCT-Öl aus C8 und C10, als C10 allein und als Kokosöl. Kokosöl erreichte im Spitzenwert nur rund ein Viertel des Anstiegs von C8, es enthielt aber nur 3 Prozent C8 und 5 Prozent C10 [1].

Ob klassisches MCT-Öl oder MCT-Öle mit C8: Zum Einstieg nimmt man nur einen Teelöffel. Größere Mengen können Durchfall und Bauchkrämpfe auslösen.

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Welche Fette sollte man bei Keto meiden?

Meiden sollte man industrielle Transfette und teilweise gehärtete Fette. Stark raffinierte Pflanzenöle mit viel Omega-6 setzt man sparsam ein.

In einer Metaanalyse von Kohortenstudien ging ein hoher Transfettverzehr mit höherer Gesamtsterblichkeit und mehr koronaren Herzkrankheiten einher [2]. In der EU sind industrielle Transfette seit April 2021 auf 2 g je 100 g Fett begrenzt [3].

Bei Sonnenblumen-, Maiskeim- und Sojaöl geht es um das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3. Dass viel Omega-6 Entzündungen fördert, ist eine verbreitete Hypothese [4], kontrollierte Studien an Gesunden fanden dafür kaum Belege [5]. Im Rahmen der Fettmenge bei Keto bleiben Olivenöl, Butter und fetter Fisch die bessere Basis.

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Sind bestimmte Fette und Öle bei Keto am besten?

Die häufigsten Einzelfragen betreffen Olivenöl, Butter, das richtige Bratfett und MCT-Öl beim Abnehmen. Für alle Fette gilt: Sie liefern rund 9 kcal je Gramm und keine Kohlenhydrate, deshalb zählt bei Keto die Menge über den Tag, nicht der Kohlenhydratwert.

Ist Olivenöl das beste Keto-Öl?

Für kalte Speisen gehört natives Olivenöl extra zu den besten Ölen, weil es vor allem einfach ungesättigte Fettsäuren liefert. Zum Dünsten und Braten bei mittlerer Hitze taugt es ebenfalls. Für scharfes Anbraten sind Ghee, Butterschmalz oder raffiniertes Kokosöl die stabilere Wahl.

Ist Butter bei Keto erlaubt?

Ja, Butter und besonders Ghee passen gut zu Keto, beide enthalten praktisch keine Kohlenhydrate. Butter aus Weidemilch kann ein etwas günstigeres Fettsäuremuster haben: Milch von fast nur mit Gras gefütterten Kühen enthielt in einer US-Untersuchung rund zweieinhalbmal so viel Omega-3 wie konventionelle Milch [6]. Die absoluten Mengen bleiben klein.

Welches Öl eignet sich zum Braten bei Keto?

Zum Braten eignen sich hitzestabile Fette wie Ghee, Butterschmalz, raffiniertes Kokosöl und Schmalz. Natives Olivenöl eher bei niedriger bis mittlerer Hitze, Butter nur zum sanften Braten, weil ihr Milcheiweiß schnell verbrennt. Leinöl und MCT-Öl gehören nicht in die Pfanne.

Hilft MCT-Öl beim Abnehmen?

Nicht allein. MCT-Öl liefert schnell verfügbare Energie aus der Leber, ersetzt aber kein Kaloriendefizit. Ein Esslöffel bringt wie jedes Öl über 100 kcal. Wer es zusätzlich zur gewohnten Ernährung nimmt, nimmt also mehr Energie auf, nicht weniger.

Weitere Keto-Lebensmittelgruppen

Neben Ölen liefern vor allem Milchprodukte, Fleisch und Fisch das Fett im Speiseplan. Keto Milchprodukte wie Butter, Sahne und Hartkäse enthalten viel Fett und kaum Kohlenhydrate. Bei Fisch und Fleisch bringen fette Sorten wie Lachs und Makrele zusätzlich Eiweiß und die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA mit.

Bibliografie
  1. Vandenberghe, C., St-Pierre, V., Pierotti, T., Fortier, M., Castellano, C.-A., & Cunnane, S. C. (2017). Tricaprylin Alone Increases Plasma Ketone Response More Than Coconut Oil or Other Medium-Chain Triglycerides: An Acute Crossover Study in Healthy Adults. Current Developments in Nutrition, 1(4), e000257. https://doi.org/10.3945/cdn.116.000257
  2. de Souza, R. J., Mente, A., Maroleanu, A., et al. (2015). Intake of saturated and trans unsaturated fatty acids and risk of all cause mortality, cardiovascular disease, and type 2 diabetes: systematic review and meta-analysis of observational studies. BMJ, 351, h3978. https://doi.org/10.1136/bmj.h3978
  3. Europäische Kommission. (2019). Verordnung (EU) 2019/649 vom 24. April 2019 zur Änderung des Anhangs III der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006 hinsichtlich Transfettsäuren, die nicht auf natürliche Weise in Fett tierischen Ursprungs vorkommen. Amtsblatt der Europäischen Union, L 110, 17-20. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2019/649/oj
  4. Simopoulos, A. P. (2002). The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids. Biomedicine & Pharmacotherapy, 56(8), 365-379. https://doi.org/10.1016/S0753-3322(02)00253-6
  5. Johnson, G. H., & Fritsche, K. (2012). Effect of Dietary Linoleic Acid on Markers of Inflammation in Healthy Persons: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, 112(7), 1029-1041. https://doi.org/10.1016/j.jand.2012.03.029
  6. Benbrook, C. M., Davis, D. R., Heins, B. J., et al. (2018). Enhancing the fatty acid profile of milk through forage-based rations, with nutrition modeling of diet outcomes. Food Science & Nutrition, 6(3), 681-700. https://doi.org/10.1002/fsn3.610
Adrianna Kalista
Adrianna Kalista

Absolventin der klinischen Diätetik, deren Interessen nicht enden, sondern mit dem Wort Diät beginnen. Autorin von spezialisierten Inhalten zu Ernährungsthemen. Sie ist fasziniert von der modernen Ernährungskultur, der Phytotherapie und dem Einfluss der ketogenen Diät auf die kognitiven Funktionen des Gehirns. Befürworterin der Diättherapie und der ernährungsbasierten Behandlung von Krankheiten.

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