Zwei Sorten, zwei völlig verschiedene Produkte
Protein-Pasta sättigt über Eiweiß, Konjak-Nudeln über Wasser und Ballaststoff. Das ist die eigentliche Entscheidung in dieser Kategorie.
Die Protein-Pasta besteht aus Erbsen-, Hafer-, Weizen- und Reisprotein, dazu Eiklar, Weizenfaser, Akazienfaser und Flohsamenschalen. Sie schmeckt und beißt wie Pasta, weil sie wie Pasta gemacht ist, nur ohne Grieß.
Konjak-Nudeln bestehen aus Wasser, Konjakmehl und Zitronensäure. Mehr steht nicht in der Zutatenliste. Sie liefern praktisch keine Energie, aber auch kein Eiweiß und keinen Eigengeschmack.
Wer eine Mahlzeit sucht, die satt macht, nimmt die Protein-Pasta. Wer ein Volumen sucht, das die Sauce trägt und die Bilanz nicht belastet, nimmt Konjak.
Die Zahlen
4,9 g Kohlenhydrate je Portion Protein-Pasta, 1,3 g je 100 g bei Konjak. Klassische Pasta liegt trocken bei rund 71 g je 100 g.
- Protein-Pasta je Portion von 50 g: 142 kcal, 4,9 g Kohlenhydrate, 18 g Eiweiß, 14,5 g Ballaststoffe
- Protein-Pasta je 100 g: 284 kcal, 9,8 g Kohlenhydrate, 36 g Eiweiß, 29 g Ballaststoffe
- Konjak je 100 g: 6 kcal, 1,3 g Kohlenhydrate, 0,5 g Ballaststoffe
- Konjak je Packung von 320 g: rund 19 kcal
Bei der Protein-Pasta stammen gut 50 Prozent der Energie aus Eiweiß. Damit trägt sie die Kennzeichnung hoher Proteingehalt, für die 20 Prozent genügen, und die zugelassene Angabe gilt: Protein trägt zu einer Zunahme an Muskelmasse und zur Erhaltung von Muskelmasse bei.
Mit 29 g Ballaststoffen je 100 g erfüllt sie zusätzlich die Angabe hoher Ballaststoffgehalt, deren Schwelle bei 6 g liegt. Das ist ein Vielfaches davon.
Beim Salz liegt die Protein-Pasta bei 0,6 g je 100 g, Konjak bei 0,29 g. Beide Werte beziehen sich auf das Produkt vor dem Kochen, das Kochsalz im Wasser kommt also noch dazu.
Gibt es Nudeln ganz ohne Kohlenhydrate?
Nein, auch Konjak-Nudeln enthalten 1,3 g Kohlenhydrate je 100 g. Das ist wenig, aber es ist nicht null.
Konjakmehl ist ein Ballaststoff aus der Teufelszungenwurzel, der Wasser bindet und dabei ein Gel bildet. Genau dieses Gel ist die Nudel, weshalb eine Packung zu über 95 Prozent aus Wasser besteht.
Für die Angabe kalorienarm reichen 40 kcal je 100 g, hier sind es 6. Eine ganze Packung bleibt damit unter 20 kcal, was in fast jeder Rechnung als Rundungsfehler durchgeht.
Was Konjak nicht kann, ist sättigen wie ein Teller Pasta. Das Sättigungsgefühl kommt vom Volumen, nicht von Nährstoffen, und hält entsprechend kürzer an.
Im Handel laufen dieselben Nudeln auch unter Shirataki, dem japanischen Namen. Gemeint ist dasselbe Erzeugnis aus Konjakmehl und Wasser. Mit Glasnudeln aus Mungobohnenstärke haben sie nichts zu tun, obwohl sie im Regal ähnlich aussehen.
Gluten: nur die Konjak-Varianten sind frei davon
Die Protein-Pasta enthält Weizenprotein und Weizenmehl und ist damit nicht glutenfrei. Das gehört an eine sichtbare Stelle, nicht ins Kleingedruckte.
Bei Zöliakie oder Weizenallergie kommen deshalb nur Spaghetti und Fettuccine aus Konjak infrage. Deren Zutatenliste hat drei Positionen und Weizen steht in keiner davon.
Die Protein-Pasta enthält außerdem Eiklar. Sie ist damit vegetarisch, aber nicht vegan. Die Konjak-Varianten sind beides.
Welches Mehl ist bei Keto erlaubt?
Keines der klassischen Getreidemehle, wohl aber Proteinmehle und Faserstoffe. Hartweizen, Dinkel und Vollkorn liegen alle jenseits von 60 g Kohlenhydraten je 100 g.
In der Protein-Pasta übernehmen Erbsen-, Hafer- und Weizenprotein die Rolle des Mehls. Weizenprotein bringt dabei den Kleber mit, der die Nudel zusammenhält, weshalb sie eben nicht glutenfrei ist.
Flohsamenschalen und Akazienfaser binden zusätzlich Wasser. Sie sind der Grund für die 29 g Ballaststoffe und dafür, dass die Nudel beim Kochen nicht zerfällt.
Selbst machen oder kaufen
Selbstgemachte Low-Carb-Pasta aus Mozzarella und Ei ist möglich, hält sich aber nur zwei Tage. Sie ist eher ein Gericht als ein Vorrat.
Dasselbe gilt für Gemüsestreifen aus Zucchini oder Kohlrabi. Sie sind günstig und frisch, liefern aber kein Eiweiß und lassen sich nicht auf Vorrat legen.
Trockene Protein-Pasta löst genau dieses Problem: sie steht im Schrank, liefert 18 g Eiweiß je Portion und ist in acht Minuten fertig. Der Preis dafür ist eine Zutatenliste mit neun Positionen statt zwei.
Zubereitung: acht Minuten oder drei
Protein-Pasta kocht acht Minuten, Konjak-Nudeln brauchen drei. Beide werden anders behandelt, und beim Konjak entscheidet ein Schritt über das Ergebnis.
Konjak-Nudeln liegen in Lake. Sie werden abgegossen, gründlich unter Wasser gespült und kurz trocken in der Pfanne erhitzt, bevor die Sauce dazukommt. Ohne Spülen bleibt der typische Geruch, mit Spülen verschwindet er.
Die Protein-Pasta wird gekocht wie normale Nudeln, nur in etwas mehr Wasser. Sie gart schneller weich als Hartweizen, also lieber eine Minute zu früh probieren.
Beide vertragen kräftige Saucen besser als zurückhaltende, weil sie selbst wenig Eigengeschmack mitbringen. Passendes steht unter Keto Soßen.
Preis je Portion
Eine Portion Protein-Pasta kostet 1,40 €, eine Packung Konjak 4,29 €. Aus 250 g Protein-Pasta werden fünf Portionen zu 50 g.
Die Konjak-Packung von 320 g reicht als Beilage für zwei oder als Hauptgericht für eine Person. Je Gramm gerechnet ist sie günstiger, je Portion Eiweiß dagegen sinnlos, weil sie keines enthält.
Wer weiteres Gebäck auf Proteinbasis sucht, findet es unter Keto Backwaren, wo dieselbe Technologie hinter Brot und Brötchen steckt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Keto Pasta?
Pasta ohne Hartweizengrieß. Ersetzt wird er entweder durch Proteine und Fasern oder durch Konjakmehl. Beides senkt die Kohlenhydrate deutlich, auf sehr verschiedene Weise.
Gibt es kohlenhydratfreie Spaghetti?
Nein, aber Konjak kommt nah heran. Diese Spaghetti liegen bei 1,3 g Kohlenhydraten je 100 g. Eine ganze Packung von 320 g bleibt unter 20 kcal.
Welches Mehl ist bei Keto erlaubt?
Protein- und Fasermehle statt Getreidemehl. In dieser Pasta arbeiten Erbsen-, Hafer- und Weizenprotein zusammen mit Flohsamenschalen. Klassische Getreidemehle liegen bei über 60 g Kohlenhydraten je 100 g.
Sind Keto Nudeln glutenfrei?
Nur die Konjak-Varianten. Die Protein-Pasta enthält Weizenprotein und Weizenmehl. Für Zöliakie kommen ausschließlich Spaghetti und Fettuccine aus Konjak infrage.
Sind sie vegan?
Die Konjak-Nudeln ja, die Protein-Pasta nicht. Letztere enthält Eiklar und ist damit vegetarisch. Konjak besteht aus Wasser, Konjakmehl und Zitronensäure.
Warum riechen Konjak-Nudeln?
Wegen der Lake, in der sie liegen. Nach gründlichem Spülen unter fließendem Wasser verschwindet der Geruch. Kurzes trockenes Anbraten verbessert zusätzlich die Textur.
Helfen Konjak-Nudeln beim Abnehmen?
Eine zugelassene Aussage dazu gibt es hier nicht. Sie gilt für 3 g Glucomannan täglich, verteilt auf drei Portionen. Diese Menge liefert die Packung nicht, also steht die Angabe nicht auf dem Produkt.
Gibt es Keto Nudeln bei dm oder Edeka?
Konjak-Nudeln ja, Protein-Pasta selten. Im Supermarkt stehen meist Shirataki-Varianten im Asia-Regal. Beim Vergleich lohnt der Blick auf die Zeile mit den Kohlenhydraten je 100 g.