Keto Kekse oder Low Carb Kekse?
Zwei Namen für dieselbe Sache, aber nicht für dieselbe Rezeptur. Der Unterschied liegt nicht im Wort, sondern in der Zahl auf der Rückseite.
Low Carb heißt kohlenhydratarm, ohne dass eine Schwelle festgelegt wäre. Ein Keks darf sich so nennen und trotzdem 15 g Kohlenhydrate mitbringen. Eine geschützte Bezeichnung ist das nicht, weder für Low Carb noch für Keto.
Praktisch heißt das: wer nach Low Carb Keksen sucht und wer nach Keto Keksen sucht, meint meist dasselbe Regal. Verglichen wird trotzdem über die Nährwerttabelle, und dort zählt der Wert je Keks, nicht je 100 g.
Die drei Sorten
Peanutbutter, Kokos mit Mandel und Weiße Schokolade mit Himbeere, jeder einzeln verpackt für 2,39 €. Die Kekse unterscheiden sich in Größe, Grundmasse und Eiweißquelle.
- Peanutbutter, 50 g: 234 kcal, 8,9 g Eiweiß, 13,4 g Ballaststoffe je Keks
- Weiße Schokolade und Himbeere, 40 g: 179 kcal, 10,9 g Eiweiß je Keks
- Kokosnuss und Mandel, 50 g: weicher Keks, 16,9 g Ballaststoffe je 100 g
Der Peanutbutter-Keks baut auf Erdnussmus mit 35 Prozent Anteil, Erdnussmehl und Chiasamen. Die Bindung übernimmt Inulin aus der Zichorienwurzel, nicht Mehl. Getreide kommt in keiner Sorte vor.
Der Keks mit weißer Schokolade und Himbeere ist der kleinste und zugleich der eiweißreichste je Stück. Gefriergetrocknete Himbeeren geben ihm die Säure, die den Nussgeschmack bricht.
Ballaststoffe: warum die Kohlenhydratzahl täuscht
Mit 16,9 bis 26,7 g Ballaststoffen je 100 g liegen diese Kekse weit über der Schwelle für hohen Ballaststoffgehalt. Sie liegt bei 6 g je 100 g.
Der Grund ist Inulin, ein löslicher Ballaststoff aus der Zichorienwurzel, der hier die Rolle des Mehls übernimmt. Er bindet den Teig, schmeckt leicht süß und wird im Dünndarm nicht verwertet. Auf der Tabelle steht er trotzdem unter den Kohlenhydraten, weil die Kennzeichnungsvorschrift das so verlangt.
Wer also die Zeile Kohlenhydrate liest und erschrickt, sollte eine Zeile tiefer schauen. Was dort als Ballaststoff ausgewiesen ist, zählt in einer kohlenhydratarmen Rechnung nicht mit.
Die Kehrseite gehört dazu: ein Keks liefert damit einen erheblichen Teil der empfohlenen Tagesmenge an Ballaststoffen. Wer wenig davon gewohnt ist, fängt mit einem halben an.
Kollagen: was drin ist und was das heißt
Eine der drei Sorten enthält Rinderkollagenhydrolysat, nämlich der Keks mit weißer Schokolade und Himbeere. Das ist eine Zutat, keine Wirkungsangabe.
Für Kollagen ist in der EU keine gesundheitsbezogene Aussage zugelassen, weder für Haut noch für Haare, Nägel oder Gelenke. Was sich sagen lässt, ist die Zusammensetzung: Kollagenhydrolysat ist ein Eiweiß und trägt zu den 10,9 g Eiweiß je Keks bei.
Die beiden anderen Sorten enthalten kein Kollagen. Ihr Eiweiß stammt aus Erdnuss, Mandel und Kokos, ist also rein pflanzlich.
Eiweiß: Proteinquelle, nicht eiweißreich
Diese Kekse sind fettbasiert, auch wenn sie ordentlich Eiweiß mitbringen. Die Grundmasse ist Nussmus, und Nussmus besteht überwiegend aus Fett.
Beim Peanutbutter-Keks stammen rund 15 Prozent der Energie aus Eiweiß. Für die Angabe Proteinquelle genügen 12 Prozent, für hoher Proteingehalt wären 20 nötig. Die erste Schwelle ist erfüllt, die zweite nicht.
Das ist kein Mangel, sondern die Bauart. Ein Keks mit 33 g Fett je 100 g liefert seine Energie aus Fett, und genau darum passt er in eine ketogene Rechnung.
Preis und Verfügbarkeit
Jeder Keks kostet 2,39 € und ist einzeln verpackt. Damit eignet er sich für die Tasche, ohne dass eine angebrochene Packung übrig bleibt.
Im Supermarkt und im Drogeriemarkt sind Kekse mit dieser Zusammensetzung selten. Was dort als Low Carb steht, arbeitet meist mit Weizeneiweiß und liegt bei den Kohlenhydraten deutlich höher.
Wer statt eines Kekses lieber einen Riegel möchte, findet ihn unter Keto Riegel, und die gesamte süße Auswahl unter Keto Süßigkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Keto Keks?
Ein Keks ohne Getreidemehl und ohne Zuckerzusatz. Gebacken wird er aus Nussmehl, Nussmus und Faserstoffen wie Inulin. Diese binden den Teig, ohne Stärke beizusteuern.
Wie viele Kohlenhydrate hat ein Keto Keks?
Der ausgewiesene Wert liegt höher als der verwertbare. Ein großer Teil der Kohlenhydrate ist Inulin, das als Ballaststoff deklariert wird. Die genaue Aufteilung steht auf jeder Produktseite in der Nährwerttabelle.
Enthalten die Kekse Kollagen?
Nur der mit weißer Schokolade und Himbeere. Er enthält Rinderkollagenhydrolysat als Eiweißquelle. Die Sorten Peanutbutter sowie Kokos und Mandel kommen ohne aus.
Sind die Kekse vegan?
Der mit Kollagen nicht. Rinderkollagenhydrolysat ist tierischen Ursprungs. Ob die übrigen Sorten als vegan ausgewiesen sind, steht auf der jeweiligen Produktseite, weil die Rezepturen sich unterscheiden.
Sind die Kekse glutenfrei?
Getreidemehl ist in keiner Sorte enthalten. Ob ein Keks als glutenfrei ausgewiesen ist, hängt von der Deklaration auf der Packung ab und nicht allein von der Rezeptur. Bei Zöliakie zählt diese Angabe, nicht die Zutatenliste.
Enthalten sie Nüsse?
Ja, alle drei. Erdnuss beim Peanutbutter-Keks, Mandel und Kokos bei der zweiten Sorte, Mandel und Nussanteile bei der dritten. Für eine Nussallergie ist die Kategorie damit nicht geeignet.
Wo kann man Keto Kekse kaufen?
Im Drogeriemarkt selten, online zuverlässiger. Bei dm und Rossmann stehen eher Low-Carb-Riegel als Kekse mit dieser Zusammensetzung. Der Versand geht hier innerhalb von 24 Stunden raus.
Kann man Keto Kekse selbst backen?
Ja, mit Mandelmehl und Erythrit. Der Aufwand liegt bei etwa 40 Minuten und der Teig verhält sich anders als mit Weizenmehl, weil der Kleber fehlt. Der fertige Keks spart die Zeit und liefert die Nährwerte je Stück ausgerechnet.